Bereits Anfang des Jahres 2025 ist die Idee gereift, dass wir gerne – unseren ehemaligen sektionsinternen Kletterfels, da er für diesen Zweck nicht mehr genutzt und unterhalten wird, der Natur zurückgeben wollen.
Um ihn als Lebensraum für Fledermäuse, Vögel und Co. attraktiver zu machen, haben wir Nistkästen besorgt, die Kosten hierfür konnten dankenswerterweise zu 100% aus Fördermitteln des Landkreises Neckar-Odenwald für Naturschutz und Landschaftspflege über den Landschaftserhaltungsverband Neckar-Odenwald-Kreis gedeckt werden.
Nachdem im Dezember 2025 dann endlich die Spedition mit den sehnsüchtig erwarteten Fledermauskästen ankam, lag Schnee, sodass an das Anbringen erst mal nicht zu denken war. Nach in Augenscheinnahme dieser Fledermauskästen war auch schnell der ursprüngliche Plan die Kästen – wie für Kletterer typisch – hängend am Seil zu montieren, schnell abgehakt. Unhandlich und mehr als sackschwer (>25kg), ein neuer Plan musste her und wurde dann spontan bei eisigen Temperaturen, aber an einem niederschlagsfreien Samstagvormittag von einem eingespielten Naturschutz-Trio Ende Januar in die Tat umgesetzt.

Begonnen haben wir mit den 2 Fledermaus-Universal-Sommerquartieren. Sommer, heiß, auch wir kamen bei der Anbringung dieser beiden Quartiere ins Schwitzen, wer brauch schon ne Hantelbank, wenn man Fledermausquartiere stemmen kann?

Doch für was sollen diese Fledermausquartiere gut sein?
Die in Deutschland lebenden Fledermausarten nutzen im Sommer ein großes Spektrum unterschiedlicher Quartiertypen. Waldfledermäuse ziehen ihre Jungtiere in Baumhöhlen oder Spalten groß. Jede Fledermausart ist so stark spezialisiert, dass sie nicht jedes Versteck nutzen kann. Daher sind Fledermäuse sehr quartiertreu und kehren jedes Jahr in ihr Versteck zurück.
Jedoch führen unter anderem Wetterwechsel mit Temperaturschwankungen und artspezifische Jahreszyklen zu häufigen Quartierwechseln. Beobachtungen an Weibchenkolonien zeigen, dass selbst Mütter mit ihren Jungtieren innerhalb weniger Tage mehrfach die Verstecke wechseln können. Dies führt zu einem großen Bedarf an geeigneten Versteckmöglichkeiten, da eine einzige Weibchengesellschaft in einem Sommer zahlreiche Quartiere nutzt. Dadurch besteht, sowohl im bebauten Raum als auch in Wäldern, regelmäßig Mangel an geeigneten Fledermausquartieren.
Wir hoffen, dass sich das Braune Langohr, die Rauhautfledermaus, die Bartfledermaus, der Abendsegler und Co. schon bald bei uns einquartieren.

Die noch vorhandenen Bohrhaken am Eckkardsfelsen haben wir nun upgecycelt als Befestigung für 6 Vögel-Nisthöhlen, wo sich vor allem Kohl-, Blau-, Sumpf-, Tannen-, Haubenmeise, Gartenrotschwanz und Co. einnisten können.
Nachdem die Nistkästen hängen, steigt nun natürlich die Spannung, ob sie denn auch angenommen werden? Da müssen wir noch ein wenig geduldig sein, wir wollen die Vögel ja nicht in den kommenden Monaten bei ihrer Brut stören. Spätestens im Oktober sollten die Vögel die Nistkästen verlassen haben, sodass wir in den Wintermonaten mehr wissen werden.

Im Nahbereich der Arnberghütte haben wir abschließend noch 2 Allgemeine Schläferkobel für alle heimischen Bilcharten, wie Sieben-, Garten-, Baumschläfer, aber auch die Haselmaus, installiert.
Bei uns sind Bilche hauptsächlich in Laub- und Laubmischwäldern verbreitet. Heimische Bilche (auch Schlafmäuse genannt) sind mittlerweile in ihrer Existenz stark gefährdet (z.T. sogar auf der Roten Liste).
Durch den Einsatz der Schläferkobel hoffen wir – mit geringem Aufwand – einen nachhaltigen Beitrag zum Erhalt der Waldlebensgemeinschaft beitragen zu können.
In den Wintermonaten werden wir eine Kontrolle und Reinigung der Kobel und Nistkästen vornehmen, habt ihr Lust hierbei mitzuhelfen? Oder habt ihr Ideen für weitere Natur- und Umweltaktionen, Fragen oder sonstige Anregungen, dann meldet Euch gerne unter natur@dav-buchen.de oder direkt bei Franzi, sie wird Euch dann auf dem Laufenden halten.

