Do 14.05.

Um 9 Uhr trafen sich Eva, Franzi, Armin und Stefan zur Abfahrt ins Tannheimer Tal zum Kletterausflug. Treffpunkt war bei Armin der auch gefahren ist. Als tags zuvor die Info von Eva kam dass sie Schneeschuhe in der Kletterhalle ausgeliehen hat fragte Armin noch ob das ein Witz sein soll, Stefan dachte auch an einen Spaß. Aber wirklich, geplant als Kletterausflug war die Wettervorhersage mehr als ungünstig, die Eisheiligen liefen zur Höchstform auf, uns erwartete wohl tagelang eine Mischung aus Regen, Schnee und Eis. So hatte Stefan ein Rätselheft dabei zum evtl Zeit totschlagen. Unbeirrt machten wir uns trotzdem frohen Mutes auf den Weg um das Beste draus zu machen. Unterwegs bei einer Pause gab es sehr guten Linzer Kuchen von Franzi (bzw ihrer Mutter), es wurde demokratisch entschieden das das nun immer so sein soll. Am frühen Abend trafen wir im Gimpelhaus ein, unerwartet trocken sogar. Das Gimpelhaus war aufgrund des Wetters recht leer. Wir tranken erst mal was und packten gleich mal das Rätselheft aus, was uns auch großen Spaß machte. Und so verbrachten wir einen langen schönen und sehr kurzweiligen Abend in schöner Runde. Franzi und Eva hatten von Kirsten gehört das eine für die beiden unbekannte Kletterin aus der Halle namens Beate in der Gegend ist und schauten sich so dort immer wieder nach ihr um, konnten sie aber nicht entdecken bzw enttarnen. Als Plan für morgen wurde eine Wanderung festgelegt zur Roten Flüh und zur Köllenspitze.

Fr 15.05.

Über Nacht gab es einige Zentimeter Neuschnee. Wir setzen unseren Plan um und machten eine Wanderung, erstes Zeil war die Rote Flüh, welche wir locker erreicht haben über den Wanderweg. Auf der Nordostseite lag noch tiefer Schnee, so besprachen wir da ein Bild von uns zu machen mit den Schneeschuhen, damit es so aussieht das wir sie auch mal gebraucht haben und nicht unnötig dabei waren. Da wussten wir noch nicht welch gute Dienste sie uns noch leisten würden. Oben trafen wir ein Kletter Paar mit dem wir ein wenig plauderten, ansonsten war hier wenig los und wir konnten die Ruhe genießen. Kurze Pause am Gipfelkreuz und erfolgreiche Suche eines Geocaches, und schon ging es weiter durch die Nesselwängler Scharte in Richtung Köllenspitze. Den Gipfel wollten wir über den Normalweg auf der Nordwestseite erreichen, Problem ist da natürlich der viele Schnee. Wir kamen an eine Stelle unterhalb des Gipfels wo leichte Kletterei beginnt, da legten wir erst mal eine Vesper Pause ein und besprachen die Sachlage und suchten den besten Weg nach oben. Bei Trockenheit oder bisschen Nässe wäre es kein Problem hochzusteigen, bei dem Schnee und Nebel erschien uns das aber zu gewagt seilfrei weiter nach oben ins ungewisse zu klettern, weil wir kein Material dabei hatten um uns zwischenzusichern oder um uns evtl auf dem Abstieg irgendwo abzuseilen. Wir überlegten und seitlich durch eine hohe steile Rinne auf einen anderen Pfad weiter westlich zu kommen und wagten uns einige Meter dorthin, stellten aber fest das unter dem kniehohen Neuschnee sehr viele Eisstellen lagen, so dass jeder Tritt sehr unsicher war. Und einmal ins Rutschen zu kommen würde hier sicher nicht gut enden und eine lange Rutschpartie in den Schneemassen irgendwohin bedeuten. So entschieden wir uns richtig und mussten leider wieder absteigen und den Rückweg zum Gimpelhaus antreten. Unsrer guten Laune konnte das aber keineswegs schaden, und ausgelastet waren wir noch lange nicht und schnappten uns voller Tatendrang dort die Schneeschuhe, und liefen nochmals hoch Richtung Judenscharte zum großes Schneefeld nach oben, wo sich die Schneeschuhe auch super bewährten. Oben angekommen ging es sogleich wieder nach unten. Stefan hat dann eine Schlittenfahrt abwärts auf einer Plastiktüte gemacht, weit und breit Schnee, nur vereinzelt lagen kleine Nadelbäume bzw größere Äste davon. Die Lenkung des Gefährts ging schlecht und so rammte er als obs gezielt wäre genau einen einzeln liegenden Ast, was weiter zur Erheiterung der Gruppe beitrug. Es war eine herrlich schöne und lange Wanderung im winterlichen Tannheimer Tal. Abends nach dem Essen wurde auch wieder gerätselt, wo Franzi wieder gezeigt hat was in ihr steckt und sich schnell rein fuchste, und zusammen mit Armin haben die beiden auch die schwersten Rätsel geknackt. Es wurde heute also wieder Körper und Geist ertüchtigt. Die Vorhersage für morgen war viel Neuschnee, Plan war die Schneeschuhe weiter zu testen auf einer Wanderung.

Sa 16.05.

Wir staunten nicht schlecht als wir frühs aus dem Fenster geschaut haben und tatsächlich 10-20 cm Neuschnee lagen. Da war klar, heute werden die Schneeschuhe so richtig genutzt. So ging es los direkt ab Gimpelhaus los mit Schneeschuhen, eine schöne Winterwanderung bei Schnee und Nebel begann. Zunächst am Fuß des Gimpels entlang zum Sabachjoch und dann rüber zum Gehrenjoch, am Schräghang entlang, viel Neuschnee und darunter immer Eisschichten, was immer wieder zu kleinen Ausrutschern und Stürzen führte. Der eine Laufstock von Armin hat dabei gelitten und wurde immer krummer, hielt aber durch. Zwischendurch kam immer wieder kurz die Sonne raus, ringsum reflektierender Schnee, dann war gleich T-Shirt Wetter und schwitzen angesagt. Weiter ging es dann hoch zur Schneidspitze, schön bei Schnee am Hang und Grat entlang, das Wetter oben war kalt und windig. Erfolgreich kamen wir am Gipfel an, kurze Pause dort, und schon gings weiter und wieder runter. Unser nächstes Ziel war die Hütte Gehrenalpe wo wir uns aufwärmten bei einer heißen Schokolade. Auf dem Rückweg wollten wir einen Abstecher zur Schneetalalm machten, erfuhren aber zufällig dass sie noch zu hat. So ging es auf den Rückweg über den Alpenrosenweg Richtung Gimpelhaus, mit dem Zwischenziel Tannheimer Hütte auf einen Getränk noch. Vor der Hütte kamen wir ins Gespräch mit dem Kletter Team wo wir am Tag zuvor an der Roten Flüh getroffen haben, und als der Kletterer nach Beate rief wurde Franzi sofort hellhörig und fragte natürlich direkt nach. Und tatsächlich war es die Freundin von Kirsten, und nach einer herzlichen Begrüßung setzen wir uns zusammen in die Hütte und tranken eine heiße Schokolade und einen Schnaps darauf mit den beiden. Danach ging es zurück zum Gimpelhaus zum gemütlichen Teil. Es war wieder ein herrlicher Tag, wir hatten viel Spaß und sind viel gelaufen im Schnee, so dass der Feierabend im Gimpelhaus redlich verdient war. Plan für morgen war der Gimpel Gipfel über den Normalweg.

So 17.05.

Neuschnee kam keiner dazu. Die letzte Nacht war in der Tannheimer Hütte gebucht, also zogen wir erst mal um und brachten die Sachen rüber. Heute wollten wir die Besteigung vom Gimpel angehen. Die Schneeschuhe blieben in der Hütte zurück. Es war klar dass dies anspruchsvoll wird bei dem Schnee, wir wollten aber unbedingt da hoch, und so nahmen wir ein Seil und Gurt mit für den Abstieg damit wir für alles gerüstet sind. Los ging es Richtung Judenscharte und dann rechts ab die Südflanke hoch. Dort wurde der Weg anfangs immer schwieriger, so schauten wir uns um und merkten dass wir in einer leichten Kletteroute sind, eine rote Wegmarkierung haben wir wetterbedingt übersehen, also gleich zurück und in den richtigen Weg rein und weiter nach oben. Unterwegs trafen wir auch nochmal Beate mit Kletterpartner, ansonsten war hier niemand unterwegs. An der Abzweigung zum Ostgrat beredeten wir erst mal wie es weiter geht und teilten uns auf, Franzi, Eva und Stefan bestiegen den Gipfel, Armin wartete unten. Seilfrei bei Schnee eine schöne und auch recht anspruchsvolle Tour, besonders der Abstieg natürlich. Erfolgreich kamen wir auf dem Gipfel an und genossen sehr den winterlichen Ausblick, einfach herrlich. Nach dem Abstieg der Ostseite nahmen wir Armin wieder auf und machten uns an den Abstieg der Südflanke. Diesen liefen wir noch ein gutes Stück so runter, nutzen dann aber doch Gurt und Seil und seilten uns teilweise ab auch um das mal wieder zu üben. Wir verbrachten dann noch einen wunderschönen Abend bei Spaß und Spiel / Rätseln in der recht neuen Tannheimer Hütte. Plan für morgen war ungewiss, da Regen gemeldet wurde. Die Hoffnung bestand aber doch nochmal die Kletterschuhe auspacken zu dürfen.

Mo 18.05.

Heute früh wurden wir tatsächlich erst mal mit Sonnenschein und Tauwetter begrüßt, es war wärmer geworden, die Südseiten der Berge waren klettertauglich, so das wir auf jeden Fall eine Klettertour machen wollten. Allerdings wurde für ca. 14 Uhr Regen und Gewitter angekündigt. So war es klar was wir tun, den Hüttengrat zum Hochwiesler. Wir bildeten 2 Seilschaften, Franzi und Eva sowie Armin und Stefan. Eine bekannte und auch empfehlenswerte Tour für den Einstieg. Ab der letzten Seillänge zogen dunkle Wolken auf, und es wurde kälter, kurzzeitig leichter Hagel, aber es zog dann weitgehend an uns vorbei. So machten wir uns lieber direkt an den Abstieg. Franzi und Eva waren schneller oben und hatten gleich die erste Abseillänge eingebaut. Seil werfen in der recht flachen Piste war schwierig, ein Wurf ging 10 meter weit bloß, und dann lag da der Haufen, deswegen wurde Eva von Franzi von einer Stelle zur nächsten abgeseilt, Franzi nahm sich dann das nächste Seil gleich mit auf die Schultern kam nach, dort wurde Eva wieder zur nächsten Stelle abgeseilt mit diesem Seil, das bestehende blieb erst mal eingebaut. So ging es immer weiter. Die Herrschaften Armin und Stefan durften so einfach die gute Vorarbeit der Damen nutzen und sich in die jeweils fertig eingebauten Seile reinhängen, von schlechtem Gewissen war aber keine Rede. Nach 3 Abseillängen kamen wir alle unten an. Da die Piste sehr brüchig ist war immer wieder Steinschlag, was vor allem Eva ganz vorne zu spüren kam, doch dank guter Reaktion wurde schlimmeres verhindert, einen Stein konnte sie mit der Hand ableiten, was aber zu einem blutigen Mittelfinger führte.

Nach einem letzten Stück Kuchen und heißer Schokolade im Gimpelhaus machten wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz und traten die Heimfahrt an.

Wir verbrachten ein super tolles langes Wochenende dort und waren uns alle einig das es nicht hätte besser sein können. Wir haben so viel erlebt und gemacht, weitaus mehr als nur das beste draus gemacht, es war etwas sehr besonders einen Kletterausflug zu planen und dann bei so einem Schneefall am Gimpel zu sein!

Danke an die Super Truppe dafür, für die Planung und Buchung, für das Fahren, für das Super Teamwork, für die unvergessliche Zeit, bis zum nächsten Ausflug!