Frühlingswanderung auf einer Teilstrecke des Neckarsteig
Verfasser: Werner Walter
Fotos: Armin Kraus und Anne Nenninger
Am Sonntag, den 26. April 2026 trafen sich 12 hochmotivierte Wanderer, eine bunt gemischte Truppe, um bei herrlichem Frühlingswetter von Neckargerach aus entlang des Neckarsteigs nach Neckarkatzenbach und weiter über die Minneburg zurück nach Neckargerach zu wandern!

Wir starteten nach einer kurzen Einführung von mir: “Bei diesem Wetter ist Sonnenschutz wichtig, Hinweis auf Schuhwerk, und wie zeigt man auf die Karte (nicht mit dem Finger 😀)” fast pünktlich um 13:05 Uhr (das Neu-DAV-Mitglied aus Mosbach hatte leider etwas länger geschlafen) in Neckargerach (S-Bahnhof). Knapp vor uns startete eine 4-köpfige Wandergruppe, welche wir bereits auf der Minnebrücke über die B27 und den Neckar überholen konnten. Doch nach der Brücke war die Gruppe plötzlich komischerweise wieder vor uns, so dass “Unmut” in unserer Gruppe aufkam. Es wird sich doch unser Wanderleiter nicht verlaufen haben? Doch meist ist der längere Weg der Schönere!
Wir ließen Guttenbach hinter uns, so dass wir von einer kleinen Anhöhe einen schönen Blick auf die andere Seite des Neckars hatten! Hier sahen wir den Wanderweg zur Margarethenschlucht, diese steht seit 1940 unter Naturschutz, hier ist der Feuersalamander noch zu sehen sowie der höchste Wasserfall im Odenwald! Nach dieser Info ging es auf Pfaden und Wiesen weiter Richtung Neckarkatzenbach, unterwegs nahm unser Spätaufsteher aus Mosbach noch sein Sektfrühstück ein, ab da liefs dann rund und er war bekannt wie ein bunter Hund.
Wir erfuhren auf der Strecke viel über den Mittelberg (Umlaufberg) vom Neckar, dass hier der Neckar vor 200.000 Jahren noch in einer Fließrichtung bis nach Neckarkatzenbach lief und auf der anderen Seite des Mittelbergs zurück in sein jetziges Flussbett. Vor 200.000 Jahren brach bei Guttenbach der Prallhang durch und der Neckar läuft seit dieser Zeit direkt weiter! Alle waren überrascht, dass hier vor Millionen Jahren sogar noch Flusspferde in diesem Fluss waren! Die meisten dachten noch, der Wanderleiter will sie auf den Arm nehmen.

Kurz vor Neckarkatzenbach kamen wir an dem Baumgärtner Gedenkstein vorbei, hier verunglückte beim Skifahren 1929 ein Hauptschullehrer aus Neunkirchen. “Er liebte die Heimat, den Sport, das Schicksal riss ihn fort!”

So, jetzt gings zum Aussichtspunkt an der Linde, hier pausierten wir, um uns zu stärken für die 2. Hälfte der Strecke! Das nächste Ziel war der Kalkofen über Neckarkatzenbach. Uns wurde erklärt, hier gibt es Ablagerungen von Muschelkalk auf dem Sandstein, das man bricht und in diesem Ofen erhitzt, dadurch erhält man den Kalk, sodass er z.B. als Dünger oder zur Mörtelverarbeitung verwendet werden kann.

Nun überquerten wir zweimal den Krebsbach, kamen an der Marienkapelle und der Liebfrauenkirche in Neckarkatzenbach vorbei, wo wir das schöne Örtchen wieder verließen. Jetzt war es angenehm, die nächsten 3 km bei ansteigenden Temperaturen im schattigen Mischwald bis zur Minneburg zu gehen!
Über die Minneburg gibt es verschiedene Sagen, bei allen geht es um die große Liebe, die nicht sein durfte! Auf der Minneburg war auf einmal bei einigen der Abenteuer- und Entdeckertrieb geweckt! Hier fühlten sie sich wie edle Ritter, die die Burg erobern wollten! Besonders erwähnenswert der Ritter zu Buche, der Ritter zu Hettje und der ehrenwerte Ritter zu Gerich.
Wir gingen auf einem schmalen steilen Pfad bergab zur Minnebrücke, die uns wieder zurückführte nach Neckargerach zum letzten Highlight, dem “Roten Emu” mit seinem Salz- und Pfefferstreuer-Museum.
Für mich war es eine schöne Einsteigertour für die neue Wandersaison mit tollen Teilnehmern! Ich freue mich schon auf die nächste Tour, dann aber bitte mit Überraschung
😉
!





